Der Welpenwunsch- Teil II

5 Welpen vor rosa Hintergrund

Wo und wie finde ich meinen Welpen?

Zunächst einmal sollte gewährleistet sein, dass der  Wunsch nach einem Welpen bei allen Familienmitgliedern gleichermaßen existiert,  damit es nicht von Beginn an zu familiären Konflikten kommt, sobald der neue Mitbewohner eingezogen ist. Die ersten Wochen mit dem Knirps sind sehr schön, spannend und emotional, aber auch stressbehaftet, weil ein Hundewelpe den Alltag doch anz ordentlich auf den Kopf stellen kann.

Man muss beispielsweise zu Beginn nachts aufstehen, weil der Mini Pippi muss, da seine Blasenmuskulatur noch nicht in der Lage ist eine ganze Nacht durchzuhalten. Es müssen von Anfang an Regeln aufgestellt werden, an die sich alle Familienmitglieder gleichermaßen halten müssen und, und, und…. Setzen wir das aber einfach mal voraus: Alle in der Familie sind Hundenarren und freuen sich auf Zuwachs!

Welche Rasse passt zu mir?

Gehen wir erst einmal vom Wunsch nach einem Rassehund aus.

Vorab sollte man gut überlegen welche Rasse es denn nun werden soll. Die Rassebeschreibungen im Internet,  oder auch in Fachbüchern,  sind teils mit Vorsicht zu genießen. Schnell wird jeder beliebigen Rasse der Stempel „idealer Familienhund“ aufgedrückt- so lässt sich eine Rasse ganz einfach besser vermarkten und verkaufen.

Insofern sollte man bei der Wahl der Rasse keine vorschnellen Entscheidungen treffen- gerade als Ersthundebesitzer ohne Hundeerfahrung ist Vorsicht geboten.

Beratung vor dem Kauf!

Viele Hundeschulen bieten den Service einer Beratung VOR dem Hundekauf an. Das ist eine wunderbare Gelegenheit sich mit einem Fachmann oder einer Fachfrau 😉  auszutauschen und sich über sämtliche in Frage kommenden Rassen zu informieren und deren Für und Wider zu diskutieren.  Laut der Mehrheit aller Hundetrainer wird dieses Angebot viel zu selten genutzt und könnte dabei so vielen Problemen durch Beratung entgegenwirken. Also unbedingt empfehlenswert!

Auf der Seite des Verbandes für das Deutsche Hundewesen gibt es den sogenannten „Wunschhund-Berater“. Das ist ein Fragebogen, der in Zusammenarbeit mit Fressnapf Welpenclub erstellt wurde und die 50 populärsten Rassen beinhaltet. Meines Erachtens ein netter Test mit der Fragestellung „Welcher Hund passt zu mir“. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Orientierungshilfe. Hier geht es zum Fragebogen.

 

Wie finde ich denn einen guten Züchter?

Gehen wir mal davon aus, dass die Rasse des Hundes nun feststeht.

Das Internet, vor allem die einschlägigen Kleinanzeigenportale,  sind voller süßer Welpenbilder… Die flauschigen Welpen sind einfach unwiderstehlich und man kann sich ihrem Charme nur schwer entziehen. Oft ist es beim Anschauen von Hundebabyfotos schon um uns geschehen…

Wie erkennt man nun ob ein Züchter seriös ist oder ob er auf Kosten der Hunde einfach schnelles Geld verdienen will?

Wenn du nach einer bestimmten Rasse Ausschau hältst, wäre meine erste Adresse der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH).
Dort findest du Züchter aller beim Weltverband FCI gelisteter Hunderassen.

Die Züchter werden überwacht und  von Zuchtwarten kontrolliert. Die Elterntiere müssen bestimmte Gesundheitszeugnisse vorweisen bzw.  bestimmte Untersuchungen durchlaufen,  ehe sie, wenn alle Untersuchungsergebnisse in Ordnung sind,  zur Zucht zugelassen werden.
Jede Hunderasse hat rassespezifische Erkrankungen, deren Auftreten  durch gezielte Verpaarung, ausgeschlossen werden sollen bzw. das Risiko soweit wie möglich minimiert werden soll.  Die Kontrollmechanismen der Zuchtvereine verhindern demnach eine unkontrollierte Massenproduktion auf Kosten der Hundegesundheit.

Dennoch bietet das VDH-Siegel keine tausendprozentige Garantie.

Welche Kriterien sollten der gute Züchter erfüllen?

Ein guter Züchter möchte seine Welpenkäufer  in der Regel bereits VOR der Geburt der Welpen kennenlernen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Umgekehrt sollte man es als Welpeninteressent genauso halten, und um einen Vorabbesuch bitten. Wird dieser verwehrt wäre ich schon skeptisch.

 

Ein Besuch beim Züchter- worauf sollte man unbedingt achten?

Die Zuchtstätte, sowohl Wurfzimmer als auch das komplette Areal,  sollte einen sauberen und gepflegten Eindruck erwecken.

Der Züchter präsentiert mit Stolz die Mutterhündin. Ist diese, unter Ausreden, grade nicht anzutreffen, ist Skepsis geboten.

Der Züchter lässt seinen Besuch ins Wurfzimmer, und ist offen für jegliche Fragen- er hat also nichts zu verbergen.

Ein guter Züchter interessiert sich für die Lebensumstände des potentiellen Welpenkäufers- lasst euch nicht irritieren, auch wenn es nach „Ausfragen“ wirkt. Er möchte, dass es den Hunden aus seiner Zucht gut geht- und das für die Zeit des kompletten Hundelebens. Irritierend ist eher, wenn der Züchter keine persönlichen Fragen stellt.

Vorsicht ist geboten, wenn ein Züchter mehrere Rassen gleichzeitig anbietet.  In dem Fall muss man besonders kritisch sein und alles hinterfragen.

Ein Welpe aus einer seriösen Zucht hat seinen Preis, der je nach Rasse variiert und auf jeden Fall gerechtfertigt ist, da der gute Züchter auch dementsprechend in seine Zuchttiere investiert. Zuchttauglichkeitsprüfungen, Ausstellungen, Decktaxe, Gesundheitsuntersuchungen zur Zuchttauglichkeit, Wesenstests, ggf. Arbeitsprüfungen, später Ultraschall, ggf. Röntgen und medizinische Versorgung der Mutterhündin und der Welpen, Impfungen, Chippen, all das hat seinen Preis.

Ein guter Züchter ist auch behilflich bei der Auswahl des Welpen aus seinem Wurf. Jeder Wurf besteht aus unterschiedlichen Charakteren, auch wenn es sich um die gleiche Rasse handelt. Es gibt den Vorsichtigen, den Draufgänger, den Schüchternen,  den Relaxten, usw… Der Züchter kennt seine Welpen am besten, da er sie täglich betreut und viel Zeit mit ihnen verbringt. Er wird gerne beratend zur Seite stehen, wenn es darum geht den richtigen Welpen für den jeweiligen Welpenkäufer zu finden. Schließlich spielt es eine wichtige Rolle, was vom Welpen erwartet wird. Kommt er in eine Familie mit kleinen Kindern? Oder möchte man später vielleicht Hundesport mit ihm machen? Viele Faktoren spielen eine Rolle bei der Welpenauswahl. Lasst den Züchter mit seiner Erfahrung helfen. Schlußendlich muss aber natürlich dein Herz entscheiden, welcher Welpe es denn nun werden soll…

Die Alarmglocken sollten schrillen bei „Billigangeboten“ von Rassehunden. In Kleinanzeigenportalen werden oftmals Rassehunde für 200- 300 € angeboten. Dahinter kann (nicht muss) illegaler Welpenhandel stecken. Auch wenn die Fotos im Internet harmonische, nette Bilder der Welpen in Haus und Garten zeigen, kann es passieren, dass diese Welpen dann dort nicht abzuholen sind, sondern der „nette“ Verkäufer sich mit dem Käufer irgendwo treffen möchte. Dahinter steckt eine regelrechte Mafia, die trotz aller Aufklärung durch Internet und Co. immer noch sehr aktiv ist. In ausländischen „Zuchtstätten“ sind skrupellose Welpenvermehrer in Aktion, die die Zuchthunde in unzumutbaren Zwingeranlagen halten. Unbedingt Augen auf beim Welpenkauf.  Mehr Infos findest zu “Billigwelpen und Welpenmafia” findest du auf der Seite “Wühltischwelpen-nein danke!”

 

Darf es auch ein Mischling sein?

Wenn du  dich eher für einen Mischling interessierst, gelten trotzdem die gleichen Voraussetzungen für den Züchter und die Zuchtstätte wie beim Rassehund. Zudem solltest du, wenn möglich, in Erfahrung bringen welche “Elterntiere” für den Wurf verantwortlich sind und auch die Charaktereigenschaften von Rüde und Hündin kritisch unter die Lupe nehmen. Hundemischlingswelpen können perfekte Hunde werden, aber sie sind auch manchmal “Überraschungspakete”, da man die Eltern eben nicht kennt. Man weiß z.B. nicht viel über den zu erwartenden Charakter oder die Endgröße. Aber auch bei der Auswahl eines Mischlings können Hundeschulen im Vorfeld beraten, damit man gerade als Hundeneuling nicht direkt an eine brisante Rassemischung gerät, die eher für erfahrene Hundemenschen geeignet ist.

Ich gebe noch einmal zu bedenken, dass es eine Mär ist, dass Mischlinge generell gesünder sind und  älter werden als Rassehunde. Auch hier spielt natürlich die Gesundheit der Elterntiere eine gravierende Rolle. Siehe auch Blogbeitrag “Der Welpenwunsch-Teil I”.

Wie du siehst, gibt es eine Menge zu bedenken und zu beachten. Aber wenn es dann soweit ist, wirst du hoffentlich viele viele Jahre Spaß haben mit deinem neuen felligen Freund!!

In Kürze startet unsere neue Videoreihe ” Fräulein Smillas Tagebuch- aus dem Leben eines Welpen”. 

Vom Tag der Geburt bis zur Welpenabgabe durch den Züchter werden die einzelnen Entwicklungsphasen dokumentiert , sowie die Fortschritte,  die Smilla und ihre Geschwister von Woche zu Woche machen werden- all das begleiten wir mit der Kamera 🙂 Seid gespannt!