Der Welpenwunsch- Teil I

5 Golden Retriever Welpen auf Wiese

Ein Welpe kommt ins Haus

Aus gegebenem Anlass beschäftige ich mich in der nächsten Zeit vermehrt mit diesem wunderbaren und spannenden Thema.

Wie Cooper in einem früheren Blogbeitrag ja schon erwähnt hat, werden wir, wenn alles gut geht, in Richtung Ende März Zuwachs bekommen und ein Golden Retriever Mädel wird bei uns einziehen.
Aufregende Zeiten stehen also bevor…

Im Zuge dessen ist das „Welpenthema“ natürlich superaktuell und von daher habe ich auch große Lust euch teilhaben zu lassen 🙂

Im ersten Teil behandle ich die Frage aller Fragen…

Wie findet man denn nun den passenden Welpen und welche charakterlichen Eigenschaften sollte er mitbringen?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten, sondern richtet sich natürlich nach den individuellen Bedürfnissen des potentiellen Welpeninteressenten. Dies schon mal vorab.

Betrachten wir aber in diesem Beitrag einfach einmal  die Kriterien, die der „ideale Familienhund“ mitbringen sollte, in den Augen des heutigen modernen Hundehalters.

Der Traumhund- wie sieht er aus?

Hunde müssen in unserer schnelllebigen Gesellschaft eine Menge Kriterien erfüllen, um als „idealer Familienhund“ eingestuft zu werden. Oftmals sind es alle Voraussetzungen, die ein Stofftier zu 100 Prozent erfüllt!

Nennen wir den perfekten Hund der Einfachheit halber „Lassie“ – wie komm ich da jetzt drauf… ist mir grade entfallen 😉

Lassie ist freundlich und aufgeschlossen Allem und Jedem gegenüber,  wobei natürlich erwartet wird, dass er Einbrecher stellt und verbellt, und somit Haus und Hof verteidigt und beschützt!

Lassie verträgt sich super mit Artgenossen, spielt und tobt freundlich mit ihnen. Hat er es mal mit einem unverträglichen Raufer zu tun, dann wendet er sich ab und geht jedem Streit aus dem Weg.

Lassie jagt nicht. Er stellt Reh und Hase nicht nach und läuft natürlich auch keinem Jogger oder Radfahrer hinterher.

Lassie geht ausschließlich an lockerer Leine und im Freilauf lässt er sich von allen ablenkenden Reizen sofort abrufen.

Lassie kann natürlich auch problemlos stundenlang alleine zu Hause bleiben.

Darf Lassie mit zur Arbeit ist es selbstverständlich, dass er bis zum Feierabend ruhig im Körbchen schläft.

Lassie bellt nicht wenn es an der Haustüre klingelt und Besuch wird freundlich und zurückhaltend begrüßt.

Lassie kommt super mit Kindern klar- sie können alles mit ihm machen. Er liebt Kinder.

Lassie kann man überall mit hinnehmen. Ob Restaurant, Bahn- oder Flugreisen, Kirmes oder Weihnachtsmarkt- Lassie ist froh überall dabei zu sein.

Lassie liebt Welpen und auch alle anderen Tiere.

Lassie springt keine Menschen an und macht auch nichts kaputt.

Wie ich schon zu Beginn sagte… das Stofftier und Lassie haben viele Gemeinsamkeiten 😉

Was hat sich geändert in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf die Hundehaltung?


Früher hatte man einen Hund. Punkt. Das war nicht der Rede wert, völlig unspektakulär. 
Die Rolle des Hundes in unserer Gesellschaft hat sich im Laufe der Zeit sehr gewandelt, so wie die Gesellschaft im Allgemeinen es ja auch getan hat.

Früher hat es auch niemanden interessiert wo der Welpe aufgewachsen ist. Es war normal, dass Hündinnen ihre Würfe im Stall oder Zwinger großzogen. Hundeschule? Welpenschule? Nicht dran zu denken!

Ich selbst suchte damals,  mit meinem ersten Hund, einem Schäferhundmischling,  Ende der 80er Jahre, Hilfe in Punkto Hundeerziehung. Die einzige Möglichkeit war der ortansässige SV (Schäferhundeverein).
Vom ersten Tag an hatte ich ein Bauchgrummeln aufgrund der dort angewendeten „Erziehungsmethoden“  und nach ein paar Wochen habe ich dem Verein den Rücken gekehrt.
Für mich war dies aber der Startschuss die Sache selber in die Hand zu nehmen und mich weiterzubilden! Also nachträglich Danke an den SV bzw. an Goofy, meinen ersten, und leider auch sehr schwierigen Rüden, ohne den mein Leben vielleicht anders verlaufen wäre…

Ist heute alles besser? 


Vieles ist sicherlich zu 100 % besser als früher,  was z.B. das Standing der Hunde in unserer Gesellschaft angeht… aber längst nicht alles!

Vielfach müssen unsere Hunde heute Rollen einnehmen, denen sie einfach nicht gewachsen sind.
Sie sind Kindersatz, Partnerersatz, Sportpartner und oft auch einfach „Projekte“ ihrer Besitzer.
Die Ansprüche, die Hundehalter an ihre Vierbeiner stellen, sind oft kaum oder nur sehr schwer zu erfüllen.

Wie findet man, bei all den Ansprüchen,  den „passenden Hund“?

 Sicherlich nicht, indem man im Internet nach einem „günstigen“ Welpen Ausschau hält.
Für Ersthundebesitzer, die sich nicht genügend vorinformiert haben, ist die Gefahr groß, an die „schwarzen Schafe“ zu geraten.  Wir reden von der Welpenmafia , denen die Hunde nicht mehr bedeuten als schnelle Kohle – auf Kosten der Hunde! Kriminelle Machenschaften, die unverständlicherweise immer mehr boomen, und NIEMALS unterstützt werden dürfen! Auch nicht aus Mitleid!

Darüber ist schon genug geschrieben worden, daher will ich das Thema hiermit abschließen.

Mehr Infos zum illegalen Welpenhandel, der überall lauert, auch bei Ebay und Co, findet ihr auf der Seite der INITIATIVE „ WÜHLTISCHWELPEN- NEIN DANKE! 


Was ist besser? Mischling oder Rassehund?

Auch diese Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten.

Über die Gesundheit und die Charaktereigenschaften eines Hundes entscheidet sicherlich nicht allein der Stammbaum, sondern schlicht und ergreifend seine Vorfahren, ob mit oder ohne Papiere.

Viele Hundefreunde unterliegen immer noch dem Irrglauben Mischlinge seien die gesünderen Hunde und werden generell älter als reinrassige Vertreter.

Das ist falsch! Der gute Rassehundezüchter sucht nach bestem Wissen und Gewissen die Zuchtpartner aus.
Hier spielt das Thema Vererbung eine zentrale Rolle, und bedarf einiges an Know How und Erfahrung.
Werden gesunde Hunde miteinander verpaart ist die Chance auf gesunde, langlebige Welpen groß.
Eine Garantie gibt es jedoch leider nie.

Das gleiche gilt im übrigen auch für Mischlinge. Die Nachzucht von gesunden Mischlingen wird aller Voraussicht nach auch gesund sein. Kreuzt man allerdings beispielsweise zwei Rassen, die Erbkrankheiten in sich tragen, kommen sehr wahrscheinlich auch kranke Welpen dabei heraus. Das ist natürlich extrem vereinfacht dargestellt!  Das Thema Vererbung und Erbkrankheiten ist sehr komplex und soll hier an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden. Dazu gibt es allerding sehr empfehlenswerte Literatur, siehe Ende des Artikels.

Wie findet man nun einen guten Züchter, unabhängig vom Wunsch nach  Rassehund oder Mischling?

Diesem Thema widme ich mich dann im nächsten Blogartikel – DER WELPENWUSCH- TEIL II

Literaturtipps zum Thema Vererbung und Erbkrankheiten, sowie Wissenswertes rund um Tragzeit, Geburt und Aufzucht beim Züchter/Welpenbesitzer. Sehr empfehlenswert!

Udo Gansloßer/ Petra Krivy EIN GUTER START INS HUNDELEBEN. Der Verhaltensbiologische Ratgeber für Züchter und Welpenbesitzer. Müller Rüschlikon Verlag.

Madeleine und Rolf C. Franck/ FRÜHFÖRDERUNG FÜR WELPEN. Der Züchter hat es in der Hand. Cadmos Verlag.